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Systemische therapie
Ein Artikel von Stefan
Hammel,
Was ist systemische Therapie?Vereinfacht kann man „systemische Therapie“ mit „Paar- und Familientherapie“ übersetzen. Allerdings können ebenso Einzelpersonen bzw. andere Personengruppen diese Form der Beratung für sich nutzen. Die Methoden der systemischen Beratung lassen sich für jede Art eines zielorientierten Gesprächs nutzen, so dass das systemische Gesprächsangebot neben der Therapie im eigentlichen Sinne auch Beratungs- und Klärungsgespräche anderer Art umfasst. Mit systemischer Beratung lassen sich beispielsweise auch Zielfindungsprozesse in Firmen strukturieren, Konflikte in Betrieben entschärfen, Vereinbarungen über gemeinsame Vorgehensweisen in einem Kollegium finden oder ein Leitbild entwickeln, an denen sich die Leitung und Belegschaft einer Firma sowie deren Kunden und Kooperationspartner orientieren. Systemische Arbeit ist Kurzzeitberatung bzw. Kurzzeittherapie. Meist werden 2 bis 10 Sitzungen angesetzt. Längere Beratungen ergeben sich u. U. aus dem Bearbeiten mehrerer Ziele in Folge. Systemische Beratung ist beziehungs-, ressourcen-, zukunfts-, ziel- und lösungsorientiert. Im Einzelnen bedeutet dies: Systemische Beratung ist beziehungsorientiertBetrachtet werden vor allem die Sicht- und Verhaltensweisen der Personen eines Beziehungsgeflechts in ihren Wechselwirkungen. Dabei wird überlegt und erprobt, welche neuen Sicht- und Verhaltensweisen möglich sind, die mitsamt ihrer wechselseitigen Auswirkungen zu einer größeren Zufriedenheit möglichst aller Beteiligten zu führen. Die Verantwortung Einzelner sowie deren besondere Belastungen werden nicht isoliert gesehen (und dann etwa als „persönliche Schuld“ oder „psychische Krankheit“ gedeutet), sondern als Ausdruck der Beziehungen in einem sozialen System verstanden. Systemische Beratung ist ressourcenorientiertIn den Vordergrund treten in aller Regel die Chancen und Möglichkeiten von Menschen. Die besonderen Fähigkeiten der beratenen Gruppe und ihrer Mitglieder werden hervorgehoben und gestärkt. Defizite werden nicht in den Mittelpunkt gerückt. Persönliche „Schwächen“ werden als subjektive Wahrnehmungen angesehen, die möglicherweise überdies vorläufigen Charakter besitzen, da sie stark von den Sicht- und Verhaltensweisen der Gruppenmitglieder bzw. vom Selbstbild des Einzelnen abhängen und diese sich verändern können. Systemische Beratung ist zukunfts-, ziel- und lösungsorientiertGesucht wird in der Regel nach Möglichkeiten der Veränderung im größtmöglichen Konsens zwischen den Beteiligten. Es geht um die Suche nach erreichbaren Zielen und Lösungen für eine größere Zufriedenheit der Beteiligten und um den Beginn einer Umsetzung von Veränderungen im gegenseitigen Wahrnehmen und Verhalten. „Zielorientierung“ kann man auch als „Auftragsorientierung“ beschreiben: Der Berater ermittelt zunächst einen Auftrag, was durch das Gespräch erreicht werden soll und verfolgt diesen konsequent, bis die Gesprächspartner zu dem Ergebnis kommen, dass das gesetzte Ziel erreicht ist. Die Vergangenheit steht meistens nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, da sie sich nicht verändern lässt. Ausnahmen bestätigen hier die Regel. Methodisch arbeitet die systemische Beratung mit vielfältigen Fragetechniken, mit einer besonderen Wertschätzung und Förderung der schon vorhandenen Stärken, mit dem Ermitteln und Vervielfältigen der bereits erfolgreichen (vielleicht noch unbewussten) Lösungsstrategien, mit der Erprobung ungewohnter Deutungen für das gewohnte Situationen, mit dem Entwickeln von anschaulichen Visionen bzw. klaren Kriterien für das gewünschte und mit „Hausaufgaben“, bei denen gewohnte Denk- und Verhaltensmuster in Frage gestellt bzw. neue ausprobiert werden können. Und schließlich ist den Gesprächen meistens viel Raum vorhanden für Humor, Optimismus und Neugier aufs Leben.
Copyright (2007): Stefan Hammel, HSB Westpfalz
Weiterführende Links: Eine Übersicht über die wichtigsten Anwendungsgebiete dieses Verfahrens finden Sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie |
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